Besuch des Kohlekraftwerkes Mehrum Drucken
Geschrieben von: Ilka Ketz   
Mittwoch, 28. Oktober 2009

 

dsc_0525 Der 29. September war ein aufregender Tag. In manchen Teilen des Kohlekraftwerkes Mehrum ist es sehr heiß, in anderen so laut, dass wir unser Trommelfell mit Ohrenstöpseln schützen mussten.

 

 

Am Kühlturm plätschert und braust das Wasser, im Generatorsaal weht einem kräftiger Wind um die Nase.

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Wir wollten an diesem Tag erfahren, woher der Strom kommt, der bei uns in Hänigsen unsere Computer und Fernseher in Betrieb hält, unsere Beleuchtung, Elektroherde und Waschmaschinen versorgt.

Mit dem Lastenaufzug ging es aufwärts, bis auf eine Höhe von 102 Metern. Als sich die Tür des Fahrstuhls öffnete, wurde einigen Kindern und auch den begleitenden Eltern der Klasse 4a von Frau Ketz ganz schön schwindelig.

 

dsc_0524 Denn von hier oben, auf der höchsten Plattform des Kesselhauses im Kohlekraftwerk, fällt der Blick durch Stahlroste steil abwärts bis hinunter zum Fundament. Das war etwa so wie fliegen, oder balancieren auf einem schmalen Gerüst. Da mussten alle beim Blick über die Geländer ihre Helme festhalten. Die wären sonst hinunter gefallen.

Das Kohlekraftwerk Mehrum liegt direkt am Mittellandkanal südlich von Hämelerwald.Der Schlot ist 250 Meter hoch. Jeden Tag bringen in Mehrum fünf Frachtschiffe 6000 Tonnen Kohle. Die 6000 Tonnen verbrennt das Kraftwerk in 24 Stunden, um eine Leistung von 750 Millionen Watt zu erzeugen. Das entspricht der Leistung von 250 Millionen Fahrrad-Dynamos.

Vom Hafen am Mittellandkanal aus wird die Kohle über ein 1500 Meter langes Transportband zu dem 130 Meter hohen Kesselhaus transportiert. Dort wird die Kohle so fein gemahlen wie Kaffeepulver und in Brennern verbrannt.

Die Brenner bringen das Wasser im Kessel zum Kochen. Der Kessel ist über Stahlträger an Betonpylonen aufgehängt, weil er sich bei der Hitze um einen ganzen Meter in Höhe und Breite ausdehnt. Das ist vergleichbar mit einer großen Hängebrücke. Der Kessel hat somit keinen Kontakt mit dem Erdboden. Wir sind einmal ganz drum herum gelaufen.

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Der Wasserdampf, der im Kesselhaus erzeugt wird, treibt den Generator an. Dieser dreht sich mit 3000 Umdrehungen in der Minute. Das ist quasi der Dynamo des Kraftwerkes - wie am Fahrrad nur viel größer.

 

Wir besichtigten den Leitstand. Hier saßen drei Mitarbeiter, die die Anlage über Monitore beaufsichtigten. Wir haben bei unserem Rundgang dann nur noch vier weitere Mitarbeiter gesehen. Die Stromproduktion funktioniert weitestgehend automatisch. dsc_0543

 

Obwohl hier so viel Kohle verbrannt wird, haben wir gar keine Kohle gesehen. Alles funktioniert in einem geschlossenen System. Es roch auch nicht nach Feuer. Die Verbrennungsgase werden gefiltert.

Wir besichtigten dann die Abfüllanlage für die Lastwagen, die den Gips abholen. Dort haben wir uns alle auf der Waage für die Lastwagen gestellt. Mit unseren Eltern und mit Herrn Süß zusammen wogen wir mehr als eine Tonne.

Das Kraftwerk verbrennt auch getrockneten Klärschlamm aus Kläranlagen. Somit ist das Kraftwerk auch in mehrfacher Weise ein Recyclingbetrieb.

Hier noch einige Fotos:

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