Fernsehen und elektronische Medien halten immer stärkeren Einzug in die Kinderzimmer, im gleichen Maße verschwinden Bücher aus dem Alltag der Kinder. Die Folge davon ist auch und besonders in der Grundschule zu spüren. Leselust und Lesefähigkeit der Mädchen und Jungen nehmen ab. Das Abenteuer Lesen findet vielfach nicht mehr statt, Geschichten werden angeschaut, aber nicht mehr fantasievoll im Kopf durchlebt. Um dem zu begegnen ergreifen wir vielfältig Maßnahmen im Unterricht, zusätzlich helfen Lesemütter und Mentoren, alles mit dem Ziel die Lesefähigkeit und die Motivation zum Lesen zu steigern.
Die Heranführung an Bücher ist eine schwierige, aber wichtige Aufgabe in der Grundschule. Daher hat sich das Kollegium der Grundschule am Storchennest etwas besonderes einfallen lassen, damit möglichst viele Kinder sich freudvoll mit einem Buch auseinandersetzen können: Das Literaturcafe Alle Kinder der dritten Klassen haben das Buch „Die Sockensuchmaschine" von Knister gelesen, bei den vierten Klassen fiel die Wahl auf „Flupa im Zirkus" von Hans-Jürgen van der Gieth. Nach der Lektüre der Bücher bildeten sich Workshops zu unterschiedlichen Schwerpunkten, denen sich die Kinder dann zuordnen konnten. So bildeten sich klassenübergreifende Gruppen, die auf schauspielerische, musikalische, tänzerische, akrobatische oder künstlerische Art versuchten, die Lektüre aufzuarbeiten und zu präsentieren. Zur Präsentation waren dann die Eltern geladen, der Förderverein spendierte Kaffee und Getränke, die Eltern brachten Kekse mit. Zusätzlich haben die Buchhandlungen Wegener und Gillmeister empfehlenswerte Kinder- und Jugendbücher ausgestellt. An dieser Stelle herzlichen Dank für dieses Engagement.
Am Donnerstag präsentierten die dritten Klassen ihre Ergebnisse. Die Workshops Bühnenbild, Tanz, Musik, Theater und Dekoration haben gemeinsam an der szenischen Darstellung des Buches Sockensuchmaschine gearbeitet und dieses zur Aufführung gebracht.
Im Wechsel von szenischen Darstellungen, Tanz und Musik wurde in einer einstündigen Aufführung die Geschichte von Jonas, seinem neuen Nachbarn Professor Turbozahn und dessen Erfindung, der Sockensuchmaschine erzählt.
Die Aufführung war großartig und riss alle Besucher zu wahren Beifallsstürmen hin. Stolz und glücklich konnten dann die Mädchen und Jungen der dritten Klassen mit ihren Eltern die Aufführung Revue passieren und sich nebenbei die mitgebrachten Kekse schmecken lassen.
Einen Tag später hatten dann die Kinder der vierten Klassen ihren großen Auftritt.
(06.11.2009) Die Aula der Schule platzte an diesem Freitag aus allen Nähten. Eltern, Geschwister, Großeltern, Tanten und Onkel ließen sich von der Vorführung der Kinder verzaubern. Schon beim Betreten der Schule wurden die Besucher von selbst gemalten Plakaten und Zeichnungen beeindruckt. Die Stimmung in der neuen Aula war eine Mischung aus „Theater", „Musical" und „Zirkus". Diese tolle Stimmung war dem professionellen Auftreten der wunderschön kostümierten Kinder zu verdanken. Zu Beginn wurden die einzelnen Arbeitsgruppen und die Verantwortlichen Lehrkräfte kurz von den Kindern vorgestellt. Des Weiteren wurde die gesamte Veranstaltung von den Kindern selbst moderiert.
In den letzten beiden Wochen vor der Aufführung, ging es fast täglich um das Thema Literaturkaffe. Auf der Grundlage des Buches „Flupa im Zirkus" wurden verschiedene Workshops von den Viertklässlern durchgeführt. Die einzelnen Arbeitsgruppen konnten von den Schülern je nach Interessengebiet frei gewählt werden.
Figurentheater (F.Ketz, F.Schnieders) Hier wurden zwei Kapitel der Geschichte von den Kindern in einzelne Szenen eingeteilt. Anschließend wurde aus dem Text der Dialoge für die „Figurengeschichte" erstellt. Die Darsteller wurden aus Pappe gebastelt und anschließend bemalt. Mit viel Geschick und guter Absprache wurde hier ein Figurentheater auf einer selbst gestalteten „Minibühne" vorgespielt.
Zirkus (F.Mirswa) In diesem Workshop wurde eine Zirkusvorstellung einstudiert. Es ging zum Beispiel um Starke Männer und graziöse Turnerinnen. Der schreckliche Dompteur Rasputin scheuchte die Löwen durch die Manege. Am Ende sollte Flupa noch durch einen brennenden Reifen springen
Vorlesestunde (F.Achilles) Die Kinder positionierten sich mit Ihren Büchern auf der Bühne und haben den Gästen einige spannende Texte aus dem „Flupa"-Buch vorgelesen.
Comic (F.Bruns) Die Kinder des Workshops (Comic) erstellten einen echten Comic. Es wurden Texte gekürzt, Dialoge erstellt und natürlich die einzelnen Comic-Szenen gemalt. Das Ergebnis war jeweils ein einzigartiges Exemplar eines Comic-Heftes.
Szenische-Darstellung (F.Loeck) Farbenfrohe, aufwendige Bühnendekoration schmückte die Schulbühne, während die Kinder ein Kapitel aus dem Buch selbst vorspielten. Der arme Flupa lernte nach einer anstrengenden Flugreise ohne Essen und Wasser den Zirkus kennen. Hier sollte er den Rest seines Lebens verbringen.
Tagebuch schreiben (F.Schulz) Ein Kapitel wurde hier aus Flupas Sicht dargestellt. In der Bühnenszene schrieb der Flugpanter, der übrigens echte Flügel hatte, seine Erlebnisse und Gedanken in sein Tagebuch.
Die einzelnen Vorführungen waren so aufgebaut, dass den Zuschauern die gesamte Geschichte des Buches dargestellt wurde. Nach 1,5 Stunden strammer und anspruchsvoller Unterhaltung war die Vorstellung zu Ende. Der Rektor Gert Ziball bat zum Abschluss noch einmal alle Kinder und die verantwortlichen Lehrkräfte auf die Bühne. Alle Beteiligten ernteten einen lang anhaltenden Applaus für die geleistete Arbeit der letzten Tage.
Aus den Reihen der Eltern waren Sätze zu hören wie: „Wie locker die Kinder Ihre Arbeitsergebnisse auf der Bühne präsentieren. So etwas haben wir früher nicht gemacht." Bei einigen Eltern hatte man das Gefühl, dass Sie aufgeregter waren als Ihre eigenen Kinder!
Während der Veranstaltung versorgte der Förderverein die Hauptdarsteller und Gäste mit heißen und kalten Getränken.
Hier ein paar Eindrücke von der gelungenden Veranstaltung: